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Inside Ashampoo: Der Jedermann-Test

Sven Krumrey

Gar wunderliche Dinge tun sich derzeit an meinem Nebentisch. Wildfremde Menschen kommen in unser Büro, werden vor einen Rechner gesetzt und dann mit Fragen gelöchert, während sie ein Ashampoo-Programm nutzen. Dabei geht es mal locker zu, mal sieht man eher schüchternes Test-Klicken oder man hört die Maus im Takt eines Maschinengewehrs. Geht diese Person dann wieder, kommt die unvermeidliche Frage, wer das denn gewesen sei. Es kommen Antworten wie „mein Nachbar“, „eine Freundin“ oder „ein altgedienter Kunde aus der Gegend“. Doch was machen all diese Leute hier?

Lieber Besuch in der Ashampoo Testabteilung

Jede Software-Firma arbeitet daran, ihre Programme benutzerfreundlicher zu machen (oder sollte es zumindest so machen, mitunter habe ich da meine Zweifel). Doch wie sieht das aus? Normalerweise so, dass sich Programmierer und Programm-Manager zusammensetzen und sich die Abläufe anschauen. Das gibt mitunter turbulente Gespräche in gehobener Lautstärke. Ich behaupte: Der Satz "Ich bin Programmierer geworden, weil ich so kompromissbereit bin", wurde niemals in der Menschheitsgeschichte ausgesprochen. Zudem haben Programmierer mitunter eine ganz eigene Art, ihre Erzeugnisse zu planen und denken sich mitunter - ich schreibe es kollegial - ungewöhnliche Arbeitsschritte aus. Logisch nach ihrem Denken, aber wer ein Haus baut, kennt sich auch darin aus - Gäste hingegen nicht. Darum wird daran gefeilt, die Programme noch logischer zu machen, übersichtlicher und schneller erfassbar. Wir dachten lange, das wäre optimal, doch dann kamen Sie!

Denn der Kontakt zu unseren Kunden, ob nun über den Support oder diesen Blog, wird jedes Jahr intensiver. Wenn Sie sich mit Problemen im Support melden, so wird nicht nur (hoffentlich hilfreich) geantwortet, sondern die Problematiken auch gesammelt. Ist ein Update nötig? Aber auch: Bestehen grundsätzliche Probleme im Umgang mit dem Programm? Wenn man ein Programm deinstalliert, kann man uns den Grund dafür nennen und auch das wird genau analysiert. Neben Kuriosem wie „Programm riecht nach Zimt“ oder „Stalin befahl es mir“, finden wir hier durchaus wertvolle Hinweise. Wir verschicken Umfragen vor der Konzeption von Programmen, um Ihre Wünsche zu erfahren und haben sogar Kunden, die uns über mehrere Seiten ihre Vorstellungen einer Funktion schildern. Auch das wird gesammelt und dann geschaut, ob und wie es umgesetzt werden kann.

Informationen sammeln, damit die Programme besser werden Informationen sammeln, damit die Programme besser werden

Dennoch - wir merkten irgendwann, dass eine Dimension einfach fehlt - wir sind nicht dabei, wenn Sie ein Programm nutzen oder sich gar neu einarbeiten. Da wir Sie nicht alle einladen können (schade eigentlich, wäre bestimmt nett!), haben wir selbst Kandidaten gesammelt. Und so geben sich nun Anfänger, Durchschnitts-Nutzer und Spezialisten die Klinke in die Hand. Das ist nicht nur eine nette Abwechslung im Alltag, sondern hochinteressant. Dann bewundere ich die Geduld und Ruhe des Test-Chefs Patrick, ich würde wohl alle 20 Sekunden "Neeeein, klick doch da!", rufen und ihnen die Maus entreißen. Dann fällt mir aber leicht beschämt ein, dass ich seit 9 Jahren bei Ashampoo bin und mit diesen Programmen unglaublich viel Zeit verbringe. Und ich schreibe lieber still weiter.

Sowohl die Wege, als auch die Sicht auf das Programm selbst sind anders. Und ganz ehrlich: Manches hat uns wirklich überrascht. Ein Beispiel: Wir sind natürlich stolz, wenn im WinOptimizer so viele Module am Start sind - eine Testkandidatin war schlicht erschlagen davon. Es waren schlicht zu viele Gerichte auf der Speisekarte. Erst als sie auf die „Kategorien“-Ansicht ging, wo jeweils nur ein Teil der Funktionen gezeigt wird, ging es problemlos. Andere hatten Probleme, wenn es Untermenüs gab und sie dabei vergaßen, was sie dort eigentlich wollten oder woher sie kamen. War alles in einem Menü verfügbar, gab es dieses Problem nicht. Ein Ansatz, der bei den Brennoptionen vom Burning Studio schon umgesetzt wurde und weiter verfolgt wird. Der Rechtsklick - das verlorene Waisenkind, wurde in den Tests kaum genutzt und ist doch häufig voller Funktionen bei uns. Wieder etwas zum Nachdenken. Wie weit werden Englische Begriffe verstanden, was wären Alternativen? Ist modernes, "flaches" Design übersichtlicher oder sind farbliche, realistische Icons schneller erfassbar?

Kleidsam für alle Anlässe: Das Hummelkostüm Kleidsam für alle Anlässe: Das Hummelkostüm

Die Auswertungen werden noch eine Zeit dauern, aber eines kann ich schon heute sagen: Wir haben viel gelernt. Nein, wir hatten keine Testpersonen mit Weinkrämpfen auf dem Büroboden liegen (so falsch lagen wir doch nicht), aber viele konstruktive Vorschläge und Denkansätze. So wird es z.B. beim nächsten Slideshow Studio eine weitaus schnellere Möglichkeit geben, komplette Projekte zu erstellen, das neue Burning Studio wird Ende des Jahres auch Dank der neuen Erkenntnisse anders aussehen und die Wunschliste für den WinOptimizer ist enorm! Und so werden bald wieder Gespräche über neue Funktionen und Abläufe fällig. Auch wenn uns die Programmierer bei solchen Gesprächen manchmal anschauen, als würden wir im Hummelkostüm durchs Büro tänzeln - das ist es wert!

Haben Sie Lust auf ein Brainstorming? Welche Funktionen wünschen Sie sich bei Ihren Ashampoo Programmen? Oder auch: Welche Schritte sind unlogisch?

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