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Ein Weihnachtseinkauf, der Spaß machte – die SCISHION V88 TV Box

Sven Krumrey

Weihnachtszeit – Verschenkezeit. Und so mühte auch ich mich durch Innenstadt (und Internet), um für Familie und Freunde fündig zu werden. Beschäftigt man sich dann auch noch hauptberuflich mit Technik, kommen zu den eigenen Einkäufen (schwer genug!) noch die Fremdbestellungen. Diese Hilferufe beginnen meist mit einem lauernden „Du kennst Dich da ja aus“, und enden mit einer umfangreichen Anforderungsliste. In diesem Fall konnte ich es nicht lassen und musste den Kauf gleich mal für Sie testen – und wurde angenehm überrascht.

Klein, unscheinbar, aber kann was

Es wurde eine TV-Box gesucht. Leicht zu bedienen, viele Anschlüsse und bitte flexibel einsetzbar. Die zu Beschenkende solle Geräte wie Festplatten oder USB-Sticks anschließen können, über den Fernseher in Full HD abspielen und optimalerweise sogar streamen und spielen können. Das Ganze sollte – man will sich ja nichts Großes schenken – nicht die Welt kosten. Zwei Stunden und diverse Testergebnisse später stand meine Wahl fest, die SCISHION V88 TV Box für schlappe 23 € Tagespreis sollte es sein. 15 Tage später kam das gute Stück aus China und wurde gleich ausgepackt. Netzteil mit Euro-Stecker, Fernbedienung, HDMI-Kabel, Euro-Netzteil und schließlich die kleine, leichte Box selbst – alles dabei.

Von außen macht die kleine Plastikkiste wenig her, aber die Anschlüsse sind einen genauen Blick wert. Gleich vier USB 2.0-Anschlüsse, ein Slot für SD-Karten und ein RJ45-Anschluss (für das LAN-Kabel, WLAN-Empfang ist aber auch möglich) sind durchaus eindrucksvoll. Hier sollten selbst Multimedia-Freunde mit umfangreicher Festplatten-Sammlung glücklich werden. An Ausgängen gibt es natürlich HDMI 2.0, um den Fernseher anzuschließen, aber auch Sound-Ausgänge wie S/PDIF und AV sind am Start – für den Preis beachtlich. Mehr gibt es nicht zu sehen, daher verkabele ich mal alles und stecke gleich noch 2 Festplatten nebst einen USB-Stick an. Für eine bescheidene Größe von knappen 12 Zentimetern im Quadrat und unter 150 Gramm Gewicht ganz schön viel Technik.

Viele Anschlüsse für so ein kleines Gerät

Der Start dauert rund 30 Sekunden und zeigt gleich, hier ist Android 5.1 am Werk. Wer ein Android-Handy oder entsprechendes Tablet hat, kommt schnell zurecht. Man hat hier zwar ein nettes, übersichtliches Menü als Oberfläche gestaltet, darunter steckt jedoch Android pur und so ist schnell WLAN hergestellt und ein kurzes Update gemacht. Es fällt gleich auf, die Arbeitsgeschwindigkeit ist okay – kein Geschwindigkeitsrausch, aber auch nicht nervig träge. Hier werkeln ein RK3229-Quadcore mit 1.5 GHz und 1 GB Arbeitsspeicher und sorgen für vernünftige Performance. 8 GB Speicher sind eher unterer Handy-Standard, sollten jedoch für die meisten Apps ausreichen, große Handy-Apps wie Google Maps, Navigations-Software und Co haben ja auf diesem Gerät nichts verloren. Wem es nicht reicht, kann mit einer SD-Karte (bis 16 GB) den Speicherplatz vergrößern.

Leider muss man mit der Fernbedienung recht genau zielen, ich würde im Dauereinsatz eher eine kleine USB-Tastatur mit Touchpad nutzen, um die Box zu nutzen. Gibt man häufiger Zahlen oder Texte ein, bietet sich das sowieso an. Bluetooth ist leider nicht an Bord, dafür immerhin ein Softwarepaket der meisten üblichen Apps – und der normale Play Store! Was man noch an Apps oder auch Spielen installieren will – rauf damit! Und während ich all das mache, merke ich, dass hier mehr als nur ein reines Abspielgerät am Start ist. In der Box steckt durchaus genug Leistung für einen kleinen Zweit-Computer. Surfen funktioniert, Skype ebenso, die klassischen Android-Spiele lassen sich gepflegt zocken. Hat man keine allzu großen Ansprüche, erhält man eine nette Alternative zum PC oder Handy - und das über den eigenen Fernseher.

Die Ausgänge im Überblick

Zum Abspielen von Medien (trotz allem die Kernkompetenz des Geräts) wurde hier Kodi installiert. Wer es nicht kennt: Kodi (früher XBMC) ist ein mächtiges Mediacenter, vereinfacht gesagt, ein Heimkino. Es kann jedes gängige Video- und Bildformat abspielen und von Ihren Medien komplexe Bibliotheken erstellen. Anfangs in der Feature-Fülle erschlagend, aber auch faszinierend in den Möglichkeiten. Und wirklich, ich habe keinen Film in meiner Sammlung gefunden, der nicht anstandslos abgespielt wurde. Und wer Kodi nicht mag – installiert das Programm seiner Wahl, der Play Store hat hier große Auswahl. Ein Werbeversprechen wird jedoch nicht eingehalten: Die gigantische Auflösung von 4K schafft die kleine Kiste nicht flüssig, hier fehlt schlicht die Hardware-Power. Full HD läuft hingegen wunderbar, immer noch der Standard in vielen Wohnzimmern. Streaming habe ich mit Netflix ausprobiert - kein Problem, kein Ruckeln, aber auch kein HD! Die Box wurde nicht von Netflix zertifiziert und bekommt daher nur Standard-Auflösung, sehr schade. Youtube lief hingegen reibungslos, wie erwartet auf Android. Gelegentliche Schwankungen beim WLAN-Empfang, wie ich es in anderen Tests gefunden hatte, traten bei mir nicht auf.

Das Fazit ist überraschend eindeutig: Für einen Preis unter 30 € bekommt man ein Gerät, mit dem man durchaus etwas anfangen kann. Klar ist: Wer In Richtung High End geht, Dolby 7.1 braucht oder keine Millisekunde auf die Reaktion des Geräts warten kann, ist hier falsch. Diesen herrlichen Luxus (den ich selbst sehr schätze) gibt es für das Geld nicht. Wer aber Spaß an einem netten Multimediaplayer hat, sich gerne durch Mediatheken wühlt oder das alltägliche Surfen lieber über den Fernseher machen will, wird hier fündig. Und so denke ich auch, das bei der Beschenkten unterm Weihnachtsbaum (und später beim Einsatz des Geräts) durchaus Freude herrschen wird. Ich habe die Box übrigens über Gearbest erstanden (wo es auch die technische Details zu lesen gibt), das Gerät gibt es aber auch über andere Bezugsmöglichkeiten. http://www.gearbest.com/tv-box-mini-pc/pp_401685.html

Wer diesen Blog häufiger liest, kennt es schon: Das Produkt wurde normal gekauft, SCISHION spendiert mir kein Bonus-Gehalt, keine Vergünstigungen oder Fuß-Massagen. Das Netz ist voller gekaufter Rezensionen und Jubel-Kritiken, dieser Blog soll frei davon bleiben.

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