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Windows 10: Der vertraute neue Freund

Jan-Gerrit Dickebohm

Kennen Sie das? Wenn Sie einen guten Freund haben, können Sie sich wochenlang oder sogar monatelang nicht sehen, ohne dass dies der Verbundenheit schadet. Treffen Sie dann doch einmal wieder aufeinander, ist es gleich so, als hätten Sie gestern zum letzten Mal zusammen gegrillt. Ähnlich ist es bei Windows 10. Noch nie hat uns Microsoft so früh und flächendeckend mit verlässlichen Beta-Versionen versorgt. Als ich das Betriebssystem dann am 29. Juni in dieser Variante auf meinen Rechner gespielt habe, fühlte ich mich gleich wie in einer vertrauten Umgebung.

Nette Sache: Der Nachfolger wird verschenkt
Was Autohersteller von Microsoft lernen sollten

Das ist einer meiner Träume: Wenn der Hersteller meines Autos ein neues Modell herausbringt, hätte ich das gerne am nächsten Tag frisch gewaschen in meiner Garage stehen. Ok, volltanken würde ich schon selbst. Immerhin habe ich das Vorserienmodell gekauft und bin bis heute mehr als glücklich damit, empfehle das Auto sogar meinen Freunden. Und wer weiß, ob die denselben Wagen nicht später sogar kaufen, weil ich so gut zufrieden bin. Leider erfüllt sich dieser Traum vom kostenlosen Auto-Upgrade wohl nicht. Anders bei Microsoft. Hier drängt sich die neue Version des Betriebssystems regelrecht auf. Bereits vor Wochen hat mir der Konzern aus Redmond ein kleines Symbol in die Taskleiste neben der Systemuhr geschoben. Hier kann ich überprüfen, ob mein Rechner Windows 10-tauglich ist und das Betriebssystem reservieren. Kosten? Keine! Für Nutzer von Windows 7 und 8 ist das neue Betriebssystem einfach gratis. Seit dem 29. Juli reicht ein Mausklick, um die drei Gigabyte große Installationsdatei herunterzuladen und Windows 10 auf dem Rechner zu installieren. Alle Einstellungen und Programme bleiben erhalten. Vorbildlich Microsoft.

Sieht nicht nur gut aus
Das große Comeback

Es gibt einige neudeutsche Begriffe, die es nie so richtig in meinen Wortschatz geschafft haben, weil ich sie nicht mag. Dazu gehört das Wort „verschlimmbessern“. Immerhin, der Duden hat den Terminus schon längst aufgenommen. Wenn es aber eine Situation gibt, auf die der Begriff maßgeschneidert passt, ist es der Umgang mit dem Start-Menü beim Umstieg von Windows 7 auf die Version 8 des Betriebssystems. Denn der praktische Helfer, über den ich alle meine Programme, persönlichen Dateien und die wichtigen Systemeinstellungen zuverlässig und schnell erreichen konnte, wurde von irgendwelchen offensichtlich übernächtigten Programmierern einfach wegrationalisiert. Mittlerweile scheint Microsoft zur Besinnung gekommen zu sein, denn in Windows 10 ist das Start-Menü endlich wieder zu finden. Als Entschädigung für den Fauxpas wurde es sogar aufgehübscht. Die neue Mischung aus Menü und Kacheldarstellung für den Zugriff auf Programme, Dateien und Systeminformationen ist wahrlich gelungen. Danke, Microsoft.

Reden bringt Segen
Windows 10: Unterhaltung pur

Es dauert ungefähr ein Jahr, bis aus dem süßen Gebrabbel kleiner Kinder verständliche Worte und Sätze werden. Bei meinem Smartphone hat es immerhin vier Jahre gedauert, bis Apple im Jahr 2011 mit dem iPhone 4s eine vernünftige Sprachausgabe hinbekommen hat. Ich möchte das natürlich nicht vergleichen, aber es zeigt, dass sich auch die schnelllebige technische Welt manchmal ganz schön langsam dreht. Mittlerweile kann auch Google sprechen und ebenso hat Microsoft bei seinen Smartphones eine Sprachausgabe integriert, die, Halo-Spieler werden die Anlehnung an die künstliche Intelligenz des Spiels kennen, auf den Namen Cortana hört. Mit Windows 10 zieht der Komfort von Sprachbefehlen und gesprochenen Antworten aus diesem System auch in das Desktop-Betriebssystem ein. Termineinträge im Kalender oder Informationen zum Wetter lassen sich jetzt einfach per Spracheingabe erstellen bzw. abfragen. Gefallen hat mir, dass Cortana als Gimmick per Aufforderung sogar Witze erzählt. Ok, die sind nicht immer auf der Höhe der Zeit, aber Microsoft verspricht ja lebenslange Updates für das Betriebssystem. Vielleicht wird dabei ja auch das Witze-Repertoire einer Aktualisierung unterzogen.

Überall, wo Sie auch wollen - wenn Sie wollen
Ich liebe Windows 10, aber manche Dinge bleiben immer gleich

Sicher haben Sie es schon gemerkt: Windows 10 macht mir richtig Spaß. Das Betriebssystem ist gratis und schnell installiert, eine technische Hemmschwelle beim Umstieg nicht vorhanden. Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten. Manche Dinge ändern sich einfach nie. Das gilt auch für die Tatsache, dass sich Windows auch in der Version 10 regelrecht mit Datenmüll vollsaugt und dabei immer träger wird. Ich hatte gehofft, dass Microsoft auf ein schlankes System achtet, aber man kann wohl nicht alles haben. Der WinOptimizer 12 bleibt also drauf, soll der weiterhin den Müll raus bringen. Ein System, das die Gesundheit der Festplatte analysiert, vermisse ich ebenfalls. Vielleicht will man damit ja seine Sicherungen in die Cloud ankurbeln, aber ich möchte einfach wissen, ob meine Festplatten bald schlapp machen! Ashampoo HDD Control 3 behält daher ebenfalls seinen Ehrenplatz und bewahrt mich vor unerwarteten Festplatten-Crashes. Sie sehen aber, die Kritikpunkte sind rar. Ich werde jedenfalls die Rechner meiner Kleinfamilie auf den neuesten Stand bringen und falls es dabei zu Katastrophen kommt – erfahren Sie es als Erste!

Windows 10-Bilder: © 2015 Microsoft
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