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5 vergessene Schätze des Photo Commanders

Sven Krumrey

Ich verrate Ihnen ein echtes Ashampoo-Geheimnis: Kommt ein neuer Photo Commander, so seufzen Tester und Hilfeschreiber gemeinsam auf. Was es dann zu testen und zu beschreiben gilt ist – mächtig. Und noch ein Geständnis hinterher: Wohl kaum jemand als der Schöpfer und federführende Programmierer Nikolaus kennt wohl wirklich alle Features, es sind halt so unglaublich viele. So herrscht dann auch manchmal peinliches Schweigen, wenn man eine gute Funktion in einem Fremdprodukt lobt und dann jemand sagt: „Das kann der Photo Commander auch. Seit Version 7.“ In solchen Momenten bin ich froh, dass der Chef-Programmierer noch mit mir redet und nicht meine Autoreifen zersticht. Damit das so bleibt und Sie das Programm (das Sie vielleicht schon besitzen) besser kennen lernen: Fünf feine Funktionen des Photo Commanders!

Eine in maximal 2 Minuten erstellte Collage Eine in maximal 2 Minuten erstellte Collage
Die Oma nach vorne

Früher war das Fotografieren teuer, man sparte mit Bildern und geriet bei Familienfeiern in leichte Panik, wenn die Filme voll und der Abend noch jung war. Heute treffen ein paar Verwandte zufällig aufeinander und sofort zücken sämtliche Onkel ihre Spiegelreflex-Kameras und belegen die Gesellschaft mit Sperrfeuer, während die junge Generation mit der Handy-Kamera verzweifelt dagegen hält. Sichtet man diese Bilder später, so hat man genug Material, um die kompletten Ferien mit durchgängigen Diashows zu füllen oder das Treffen mit einem siebenhundert-seitigen Fotobuch zu würdigen. Eleganter, und spannender sind da natürlich Collagen, wo man Fotos vor stimmigen Hintergrund leicht verkleinert anordnet. Der Photo Commander kann das auch und das sogar richtig gut. Wenn man die passenden Bilder ausgesucht hat und die erste Berechnung vorgenommen wurde, kann man jedes einzelne Bild auswählen, verschieben, drehen die Farbwerte verändern, usw. Wichtig: Man kann auch bestimmen, wie es positioniert wird, welches Bild in den Vordergrund kommt – und welches eher hinten steht. So kommt die niedliche Oma nach vorne, der rotgesichtige Großonkel mit dem Schnaps in der Hand eher nach hinten, das knallige Makeup der Cousine wird farblich leicht entschärft und der nervige Schwager ist nur noch schemenhaft zu erahnen – perfekt!

Netter Kollege - nette Heuschrecke
Munter durchs Jahr mit Heuschrecken

Geht man gegen Jahresende durch einen Buchladen, wird man von Kalendern jeglicher Couleur nahezu erschlagen. Neben jenen Klassikern mit leichtbekleideten Damen und schönen Landschaften fielen mir zunehmend Exoten wie Ziegen in Bäumen, der große Bierdeckel-Kalender oder DDR-Traktoren 2016 auf, der Trend geht also zum Individuellen. Eher traurig wirken dagegen die Kalender zum Selbermachen, wo gnädig etwas Platz für eigene Bilder zum Einkleben gelassen wird. Der (Sie ahnen es!) Photo Commander bietet Ihnen da viel mehr Freiheiten. Nach der obligatorischen Auswahl der Bilder können Sie unterschiedliche Stile mit unterschiedlichen Bildgrößen auswählen, eigene Termine wie Geburtstage eintragen und das Ganze dann entspannt ausdrucken lassen. Da ein Kalender so schnell von der Hand geht, habe ich einen kleinen Wettstreit mit einem Kollegen: Wir designen jedes Jahr die Kalender füreinander. Regel: Kein Blut, kein Ekel, keine nackten Tatsachen. So fällt mein Blick 2015 jeden Monat auf wunderbar ausgeleuchtete, kunstvoll fotografierte – Heuschrecken. Er wird hingegen bis Jahresende wieder auf männliche Tennis-Stars der Siebziger in knappen, unvorteilhaften Hosen schauen dürfen. Wir mögen uns dennoch.

Die Bildersammlung des Teufels

Jeder hat seine persönlichen Vorstellungen von der Hölle. Meine könnte so aussehen, dass ich in einem noblen Klamottenladen ewig vor einer Umkleide-Kabine warten muss und meine Freundin niemals raus kommen wird. Definitiv gruselig ist auch die Vorstellung, dass ich von Satan persönlich an einen Computer geleitet werde und dort Millionen Bilder alle rechts drehen, aufhellen oder in ein anderes Format konvertieren muss. Im Gegensatz zu meinen anderen Höllen-Visionen ist die letztere Vorstellung durchaus real. Wenn viele Bilder ins Internet gestellt werden sollen, falsch gedreht sind, verkleinert versandt werden sollen oder in anderem Format benötigt werden, können verdammt harte Zeiten anbrechen. Der Photo Commander hat hier den rettenden Strohhalm in Form von Bilder konvertieren. Hier kann man beliebig viele Bilder parallel drehen, in der Größe ändern, die Farbwerte bearbeiten, mit Effekten bearbeiten oder in anderen Formaten abspeichern. Ein Klick auf Start und sämtliche Bilder werden wie gewünscht konvertiert. Diese Funktion hat mir so manche Stunde Arbeit und Frust erspart und wird dennoch gerne von den Nutzern übersehen. Schade eigentlich!

Selbst der Kreml ist nicht sicher vor hässlichen Karten Selbst der Kreml ist nicht sicher vor hässlichen Karten
Klötzchen im Kreml

Manchmal wünscht man sich, kein Internet zu haben. Zum Beispiel, wenn Menschen immer noch mit Word-Art Kärtchen basteln und man sich spontan in die späten Neunziger zurück versetzt fühlt. Plötzlicher fragt man sich, ob Boris Jelzin während seiner Amtszeit wohl auch solche grässlichen Bildchen bekam. Und ob diese Leute dann Besuch vom KGB bekamen, zusammen mit einer ernsten Ermahnung. Es gibt zu dem Thema viele Programme am Markt, das Geld sollten Sie sich aber sparen – bevor Sie zuerst die Funktion Rahmen / Karte erstellen ausprobiert haben. Hier warten jede Menge Motive, Rahmen und Formen, die von unserer Designerin Katharina liebevoll erstellt wurden. So dürfte man für jedes Lebensereignis (wenn es nicht gerade „Gute Besserung nach dem Zeppelin-Unglück“ ist) fündig werden. Vorlage und Bildchen auswählen, vielleicht noch den Text anpassen, fertig.

Gestohlene Brüste

Im Überschwang der Urlaubsgefühle postete eine Bekannte Bikinifotos von sich, um die Schönheit der Strände Italiens (und wohl auch ihre respektablen Diät-Erfolge) zu dokumentieren. Das hatte sie schon vergessen, als sie bei Facebook eine private Nachricht bekam, in der ein Unbekannter ihr ein höchst unmoralisches Angebot machte. Nach einem extrem verwirrenden Dialog und einer umgekehrten Bildersuche bei Google kam heraus, dass ihre Bilder als Anreiz für einen Escort-Service genutzt wurde. Laut Anzeige würde sie gerne vorbeikommen, damit einsame Männer keinen langweiligen Abend hätten. Nach einem mehrminütigen Schreikrampf löschte sie deshalb alle Bilder von sich und postet fortan nur hochgeschlossen. Auch ohne weibliche Reize ist es ein Problem, dass im Internet jedes gute Foto von Bilderklau bedroht ist. Aus diesem Grund sollte jedes wichtige Bild ein Wasserzeichen bekommen. Unter der mächtigen Konvertieren-Funktion (s.o.) kann man eine Grafik über jedes Bild legen, deren Transparenz und Position festlegen und so sämtliche Besitzverhältnisse klären. Wichtig auch für mich, damit meine Portraitbilder nicht immer von Halloween-Seiten geklaut werden. :)

Anmerkung des Autors

Ich bin mir nicht sicher, ob das nun wirklich die wichtigsten unbekannten Funktionen des Photo Commanders sind, es sind wirklich sehr viele. Wenn Sie noch eine Fortsetzung wünschen, schreiben Sie es bitte in die Kommentare!

Andere Schätze: Perlen des Burning Studios und Perlen des WinOptimizers

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